Spähnodlsåmen
Spähnodlsåmen am 1. April
Als ich noch ein kleines Kind war, wurde mir von meiner Mama an einem Frühlingsmorgen ein Kopftücherl umgebunden. Sei doch so lieb, bat sie mich, und geh zum Nachbarn und sage: „Die Mama låsst schön bitt´n um an Spähnodlsåmen".
Folgsam wie ich doch war stapfte ich los, um meine Nachbarn zu fragen. Etwas verwundert sah mich die Nachbarin an, als ich das Sprücherl aufsagte. „Do håms dich åber in den 1. April g´schickt, denn Spähnodln sind Stecknadeln und die kånn man nicht anbauen".
„Gehst heut noch Goaßkaffa“ meinte sie, als sie sah, dass ich mein Kopftuch mit dem kurzen Zipf nach außen trug.
Woraufhin ich das Tücherl runternahm und umdrehte, so das der kurze Zipf innen war, denn ich ging sicher nicht Ziegen kaufen.
Von diesem Tag an war ich sehr darauf bedacht, mein Kopftuch immer richtig herum aufzusetzen.
Quelle
Anneliese Gierer