Marmor

Aus Landschaftsgeschichten
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Marmor beim Kalkofen Loibersdorf
Kalkofen Loibersdorf

G'schichtl

Auf dem Wanderweg Stein und Zeit in Loibersdorf bei Pöggstall machte ich mich auf die Suche nach einen Kalkkofen, den es einst mitten im Wald gab. Diesen Ofen errichtete man in unmittelbarer Umgebung der Abbaustelle. Beim Brennen des Marmorsteines im Ofen ließ man zwei Tage lang das Feuer nicht ausgehen. Immer wieder mussten Holzscheite nachgeschoben werden. Im Inneren des Ofens wurde der Stein in Branntkalk umgewandelt. Dieser verlor beinahe die Hälfte seines Gewichtes.

Fing es beim Abtransport mit Pferd und Wagen an zu regnen, konnten nur mehr die Pferde gerettet werden. Denn durch den Kontakt mit Wasser entsteht durch eine chemische Reaktion Hitze, und der Branntkalk beginnt zu Kochen.

In Dörfern gab es Kalkgruben worin der Branntkalk „eingesumpft“ wurde. Mit Wasser bedeckt, zerfiel dieser immer mehr und erreicht nach Jahren seine beste Qualität. Löschkalk bzw. „Sumpfkalk“ wurde zur Herstellung von Mörtel, zum Weißen von Wohnräumen, Ställen und Fassaden, als Frostschutz und zur Schädlingsbekämpfung bei Obstbäumen, als Düngemittel, zum Abdecken der Toten bei Seuchen und als Kalkmilch zum Einlegen von Eiern verwendet.

Quelle

Anneliese Gierer