Fedanschleiss'ln

Aus Landschaftsgeschichten
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Feda'n hot ma' g'saume't des gaunze Joah',
bis des gaunze Joah' wia'd goa'.
G'numa' hot ma ollas, wos so fliagt,
noch eah'n Tod ma denan de Fedan 'aussaziagt.
So wea'n de Feda'n 'trickat auf'n Bod'n,
unta'n Doch do gaunz drob'n.
In ana oi't'n Tuchatzieha' z'saum'
tuat ma den Ant'n-, Hend'l- und Gans'lflaum,
und daun in Winta, waun hoi't Zeit,
lond't ma z'saum' a' etla' Leit'.
Weg'n an G'miatli'-Sei'
lond't ma zan Feda'nschleiß'ln ei'.
An groß'n Tisch, do broat't ma auf de Feda'n,
dass dazua kau' a' a jeda'.
I' oi's kloana' Bua' woa' a' schau' dabei,
wia kunnt' 's do aundascht sei?
De Oma sogt daun volla' Freid:
"A so a Bua' hot do' eh' leicht Zeit!"
De Weiwa'leit' schneid'n mit Scha' und Messa' in Kie' daun o',
und daun ziagt ma de Daunen o'.
Und so schlau't de Soch, de geht dahi',
bis dass i' unruahi' g'wes'n bi'.
Do moch i' hoi't an Locha',
des het' i' net toa' soi'n mocha'
und es fliag'n de Feda'n und Daunen in d' Heh':
Nau des woa' fia' mi' daun sche'!
Owa' daun hob i' ruahi' miass'n sei',
weu' s' ma g'sogt hau'm: "So is' des net schei'!"
Schei' woa' des Feda'nschleiß'ln hoi't jo,
owa' wann 's goa' woa', woar i' trotzdem froh!

Zusatzinfos

  • 'trickat = getrocknet
  • Tucha'tziaha' = Tuchentbezug
  • Ant'n = Ente
  • lond't = lädt
  • etla' = etliche, einige
  • Feda'nschleiß'ln = den Federn die Kiele entfernen
  • Weiwa'leit' = Weiberleute, Frauen
  • Scha' = Schere
  • Kie' = Kiele
  • schlau't = beschleunigt sich

Quellen

Hans Pichler, Hofedl