Bei der Galgeneiche
Inhaltsverzeichnis
G´schichtl
Früher gab es in Pöggstall das sogenannte "grüne Gericht". Damit wurde dem Ort das Recht eingeräumt jeden auf frischer Tat ertappten Verbrecher am nächstbesten Baum zu erhängen. Vor rund 100 Jahren gab es auf der Höhe zwischen Pöggstall und Wünsdorf gegen Norden einen sehr stark verwitterten Stamm einer uralten Eiche. Den Platz rund um die Eiche nannte man im Volksmund "Bei der Galgeneiche". Hier wurde Verbrechern früher das "grüne Gericht" gemacht und sie wurden gehenkt. In den Matrikeln der Pfarre ist die letzte Hinrichtung dokumentiert: "1755, den 23. Juli, ist oben bei den Eichen mit dem Strang hingerichtet und gehenkt worden, Christoph Haselböck, 50 Jahre alt, verheiratet. Pfarrer und Vicarius gaben das Geleit." Die Eiche ist inzwischen umgeschnitten und vermodert. Erhalten geblieben ist dafür der Flurname und die alte Drohung: "Wenn du lügst, kommst du auf die Galgeneiche!"
Zielgruppe
alle
Botschaft
Über die Entstehung des Flurnamens "Bei der Galgeneiche".
Zusatz-Info
Ein Flurname, oder auch Riedname, ist die namentliche Bezeichnung eines kleinräumigen Teils der Landschaft, oft sind es die kleinsten geographischen Einheiten - also Berge, Gipfel, Täler, Wiesen, Äcker, Weiden, etc. Sie dienen zur Orientierung und sind von den lokalen BewohnerInnen geprägt und werden meist nur mündlich weitergegeben.
Quelle
Fritz Rötzer: Sagen aus dem südlichen Waldviertel. Melk a. d. Donau: Wedl, 1952.
Verfasst von Marlene Palka