Äpfel für Nestelberg

Aus Landschaftsgeschichten
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G´schichtl

Ungefähr im 1948er Jahr muss es gewesen sein, als Maria von der Hauptschule nach Hause kam und fragte: Darf ich nächste Woche Äpfel in die Schule mitnehmen? Der Klassenvorstand hat gesagt, sie sammeln Äpfel für die Kinder in Nestelberg, die haben keine, weil es dort so kalt ist!“ Von Nestelberg hatte Maria vorher noch nie gehört, war sie doch selbst er drei Jahre vorher nach Neubruck gekommen und ging jetzt in Scheibbs in die Hauptschule. Die armen, apfellosen Kinder in Nestelberg taten ihr sehr leid, hatte sie doch selbst als Kind schon viel mitgemacht. Also nahm sie in der nächsten Woche so viele Äpfel mit, wie sie vom Großvater bekam und wie sie tragen konnte. Ungefähr 10 Jahre später verlobte sie sich mit einem Mann, dessen Eltern aus Nestelberg stammten und der dort noch Verwandte hatte. Wie es der Brauch verlangte, wurden alle zur Hochzeit eingeladen und so ging das Brautpaar auch nach Nestelberg zum Hochzeitladen. Zuerst mit dem Zug bis Kienberg, dann zu Fuß die Erlauf entlang ungefähr 10 km bis zur Nestelberg Mühle und dann noch den Fußweg über die Brennwiese. Endlos kam Maria der Weg vor. Und was sah sie als erstes von Nestelberg rechts neben dem Weg auf der Schneid oberhalb von Nestelberg? Einen Apfelbaum! Und dabei war doch das einzige, was sie aus der Schule von Nestelberg erfahren hatte, dass es dort so kalt sei, dass keine Äpfel wachsen!

Zielgruppe

Alle

Zusatz-Info

Bei dieser Sammelaktion war wohl nur gemeint, dass die Apfelernte in diesem einen Jahr ausgefallen ist.

Quelle

Eva Karner-Ranner