Der alte Birnbaum

Aus Landschaftsgeschichten
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Vor launga Zeit do haum's mi' g'setzt,
i' moa es is 1835 g'west,
do haum's a neich's Dorf g'mocht Edla hoast des Nest
Diab'sheis'l haum's g'sogt es san ö'f Heis'l g'west.
Da Herr Pfoara Matthias Riederer, dea woa schau g'stoam,
der hot va 1807-1834 via d'Obstbam in Yschpatoi fest g'woa'm.
Er hot va sein'a Hoamat Obstbam' brocht
und hot' aus'n Yschpatoi, a schene Gegn'd g'mocht.
In Rorregg do is a große Bamschui g'west,
Birn und Öpfibam des woa fia's Yschpatoi a Fest.
D'Herrschoft de hot se do fü' denk't
und hot den Leit'n a etla' Obstbam g'schenkt.

I ois Birnbam woa do goa net alloa,
g'setzt haum's uns ba de Heisa, ba de Weg, Stroß und ba de Roa.
G'oawat haum's do schau mit vü Hirn,
Koh', Wossa, Most, Rorregga Hoiz und Mostbirn'.
Da erschte Opfi woa da "Schwäbische Luikenopfi",
und vü Soa'tn va Öpfi kemman do nu nochi.
Wia zum beuspü Hoiz und Mostöpfi de woan zan press'n
und Jakobi, Grof'nstoana, Ros'n und Ranedaöpfi' de woan zan ess'n.

Rundumadum do sama g'stauntn noch da Reih',
oft a rund ums Haus und Zeu um Zeu.
So sama g'stauntn Joahundat laung,
ums Leb'n woa uns goa net baung.
In Fruijoa do haum ma bliaht as wia da wö',
de Procht is vagaunga fü zu schnö'.
A da Wind der hot uns goa nix g'mocht,
do hot's hechst'ns in de Wüpfi'n krocht .
De Wuaz'n de woa'n broat und tiaf,
do haum ma fü Soft und Wossa kriagt.

An guat'n Schott'n haum ma g'mocht,
za'n Jausna' waun d'Sunn recht owa g'locht.
In Herbst hot's a an sias'n Most zan trinka' geb'n,
und a gaunzes Joa an guat'n Trunk zan Leb'n.
A de zwoa Wötkriag haum ma üwadaucht
mia haum a koa Ess'nsmark'n braucht.

Nua hiatzt de neiche Zeit, de bring't uns um unsa Existenz,
s'Lab, in Weg, de neiche Stroß, es wü uns neam't mea' mia kennt's.
Mia seg'n zwoa nu a weng'l zaum,
in so maunch'n Goat'n und Roa steht nu a Hochstaum'.
Daweu woan mia so schei ba da Blia im Fruijoa aussi,
das kam wos mit hoit'n kau, des mocht mi' trauri'.
Vielleicht dengan d'Leit nu oamoi z'ruck,
auf a schene Hoamat va friaha wos g'hoasn hot "HO RUCK"!

Quelle

Hans Pichler, Hofedl